Klares „Ja“ zur neuen Unterführung

10. Mai 2019

Welchen Standpunkt vertreten die Gemeinderatswahllisten zu wichtigen Themen in der Stadt? Die FN fragten bei allen drei Fraktionen nach.

LAUDA-KÖNIGSHOFEN. Noch knapp drei Wochen, dann stehen in Baden-Württemberg die Kommunalwahlen an. In Lauda-Königshofen werden sich am Sonntag, 26. Mai, drei Listen zur Wahl stellen. Sie sind identisch mit den Fraktionen, die bereits jetzt im Gemeinderat vertreten sind: CDU, Freie Bürgerliste und SPD/Freie Bürger. Sie haben in der vergangenen Legislaturperiode viele Beschlüsse gefällt, mussten aber auch schon in der Zukunft anstehende Entscheidungen vorbereiten. Die Fränkischen Nachrichten befragten deshalb alle drei Listen zu drei wichtigen Themenbereichen. In den nächsten Tagen werden wir in loser Folge die Antworten veröffentlichen. Start ist heute mit der CDU.

Durch die geplante Ansiedlung der Bodenaufbereitungsanlage in Gerlachsheim hat die Kommunalpolitik im letzten dreiviertel Jahr in der Bevölkerung viel Sympathie verloren. Was tun Sie, um das teilweise verloren gegangene Vertrauen vieler Bürger wieder zurückzugewinnen?

CDU: Das Thema Anlage in Gerlachsheim hat die Bürger erregt und ja, die Aussage müssen wir leider durchaus teilen. Der Umgang, insbesondere die mangelhafte Kommunikation zwischen Verwaltung und Gemeinderat mit dieser Angelegenheit hat dafür gesorgt, dass insgesamt das Image der Stadt in Misskredit gebracht wurde. So etwas darf nicht mehr passieren! Fehler passieren, aber aus diesem Fehler müssen alle Beteiligten auch ihre Lehren ziehen. Ein offener und transparenter Umgang mit Themen wie diesem muss unser oberstes Gebot sein.

Mehraugenprinzip ist für uns angezeigt: wir selbst haben bereits im Nachgang zu diesem Vorfall einen Antrag in den Gemeinderat eingebracht und beschlossen. Er besagt, dass Angelegenheiten im Rahmen von solchen Bundesimmissionschutzgenehmigungen als Gegenstand in eine öffentliche Sitzung des Technischen Ausschusses einmünden. Offenheit, Ehrlichkeit, Transparenz und auch das Vertreten von manchmal unbequemen Positionen – auch im Wahlkampf – tragen zur Gewinnung von Glaubwürdigkeit bei. Der Gemeinderat hat im April die Ergebnisse des runden Tisches einstimmig beschlossen. Ein klarer Handlungsauftrag. Ziel des Gemeinderates: die Realisierung eines neuen Standortes.

Der geplante Neubau der Bahnunterführung in Lauda ist noch nicht vom Tisch. In der neuen Legislaturperiode des Gemeinderates wird das Thema erneut behandelt. Beziehen Sie bitte klar Stellung, warum Sie dieses Projekt ablehnen oder ihm zustimmen.

CDU: Wir stehen diesem Projekt unverändert positiv gegenüber und sehen in dessen zeitnaher Realisierung eine große Chance. Die bisherigen Gründe, welche für den Bau sprechen, sind für uns unverändert gegeben. Der Verkehr im Bereich Tauberstraße wird ferner durch die Erschließung des ehemaligen Bahngeländes weiter zunehmen. Schon heute gibt es dort Verkehrsprobleme. Mittlerweile steht vom Land eine Förderzusage von 75 Prozent bei dieser wichtigen Infrastrukturmaßnahme. Außerdem ist die Bahnunterführung der Abschluss einer Reihe von Maßnahmen im Bereich Kugelgraben/Verkehrsberuhigung Becksteiner Straße. Sollte das jetzt nicht fertiggestellt werden, wären die von allen im Gemeinderat vertretenen Fraktionen bisher im breiten Konsens beschlossenen Millionenausgaben Geld, das unnütz zum Fenster heraus geworfen ist!

Wir stehen klar für eine zeitgemäße Einfahrt in Lauda. Für die hinter der Bahntrasse ansässigen Unternehmen benötigen wir endlich eine vernünftige Anbindung an die Bundesstraße. Es kann weder ökonomisch noch ökologisch weiter vertreten werden, dass der Schwerverkehr über Königshofen fahren muss und dann in Lauda am Wohngebiet Becksteiner Straße bzw. Badstraße entlang zu seinem Ziel gelangt.

Welches Thema ist für Sie in Lauda-Königshofen in den nächsten fünf Jahren sehr wichtig und soll einen Schwerpunkt bei Ihrer künftigen Arbeit bilden?

CDU: Für uns steht als großes Thema „Lauda-Königshofen 2025“. Es gibt viele Projekte, die in den kommenden Jahren einen wichtigen Schwerpunkt unserer Arbeit darstellen werden. Neben der Konversion Bahngelände, Schulen und Kindergärten, Stadtsanierung Königshofen, Unterstützung der Vereine, die Attraktivität in den Stadtteilen erhalten und ausbauen, bezahlbares Bauland für junge Familien ausweisen und den sozialen Wohnungsbau im Blick haben sowie die Stärkung und Unterstützung der Feuerwehrabteilungen.

Daneben das Thema Digitalisierung: schnelles Internet, guter Mobilfunk aber auch der weitere Ausbau von WLAN-Hotspots ebenso wie die Schaffung einer BürgerApp. Ganz wichtig: Arbeitsplätze halten und ausbauen – sie bringen Finanzkraft und Zukunft für die Region. Klar ist für uns, dass wir nur im konstruktiven Miteinander von allen Fraktionen und der Stadtverwaltung die Probleme und anstehenden Aufgaben und Projekte lösen können. Davon stehen einige an und gegeneinander werden wir diese nicht optimal lösen können.

Es gilt, gemeinsam unsere Stadt fit für die Zukunft zu machen. Daran werden wir als CDU nach Kräften als verlässlicher Ansprechpartner mitarbeiten und auch eigene Akzente setzen.
© Fränkische Nachrichten, Mittwoch, 08.05.2019

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