„FORUM MITTELSTAND“: Staatssekretär MdB Thomas Bareiß besichtigte i_Park Tauberfranken und referierte bei Info-Abend im Josefshaus in Gerlachsheim

25. April 2019

Innovationen sichern gute Marktposition

Von Peter D. Wagner Mitarbeiter der Fränkischen Nachrichten

Wie geht es mit der deutschen Wirtschaft weiter? Dies war eine der zentralen Fragen beim „Forum Mittelstand“ mit dem parlamentarischen Staatssekretär Thomas Bareiß.

Lauda/Gerlachsheim. Aktuelle Wirtschaftsthemen standen im Mittelpunkt des „Forum Mittelstand“ mit MdB Thomas Bareiß, parlamentarischer Staatssekretär sowie Tourismusbeauftragter beim Bundesministerium für Wirtschaft und Energie. Den Info- und Diskussionsabend im Josefshaus in Gerlachsheim veranstalteten die Junge Union (JU) und der CDU-Stadtverband Lauda-Königshofen sowie der CDU-Ortsverband. 


i_Park besichtigt

Zuvor besichtigte Bareiß bei einem Rundgang den i_Park-Tauberfranken in Lauda, bei dem unter anderem MdB Nina Warken, der Vorsitzende der CDU-Gemeinderatsfraktion, Marco Hess sowie der JU-Stadtverband- und Bezirkvorsitzende Dominik Martin weitere Teilnehmer waren. Nach Außerbetriebnahme der ehemaligen Kaserne von der Bundeswehr 2004 sei das Areal 2006 erworben und ab 2007 zu einem Gewerbepark entwickelt worden, deren Gesellschafter 51 Prozent privatwirtschaftlich sowie zu 49 Prozent die Städte Lauda-Königshofen und Grünsfeld seien, berichtete Geschäftsführer Armin Kordmann.

Seither habe man rund zehn Millionen Euro, davon drei Millionen städtebauliche Fördermittel, vor allem in den Gebäudebestand investiert. Mittlerweile beherberge der i_Park-Tauberfranken auf 20 000 Quadratmetern etwa 35 Unternehmen mit 500 Beschäftigten.

Exemplarisch für eine Firma, die im i_Park-Tauberfranken gestartet sei und sich sehr erfolgreich entwickelt habe, stellte Prokurist Thomas Michelbach die 2007 gegründete Quintex GmbH vor, einem weltweit tätigen Spezialisten im Bereich des Explosionsschutzes zum Beispiel in der chemischen Industrie. Eine weitere Besuchsstation war die inab –Ausbildungs- und Beschäftigungsgesellschaft mbH im Gebäude des ehemaligen Klosters in Gerlachsheim.


Mittelstand wichtig

Er habe in seiner Zeit als Abgeordneter seit 2005 in seinem Wahlkreis Zollernalb-Sigmaringen drei Kasernenschließungen miterleben müssen, berichtete Bareiß am Abend im Kontext mit der Geschichte des i_Park-Tauberfranken und als Beispiele für den Strukturwandel im ländlichen Raum. Zugleich sei der Mittelstand eine Stärke, die Baden-Württemberg auszeichne sowie in dieser Ausprägung in Europa womöglich ebenso einmalig sei wie die Anzahl der „Hidden Champions“ und Weltmarktführer insbesondere auch in spezialisierten Marktsegmenten.

„Oft sind es die familiengeführten kleinen und mittleren Unternehmen, die enorm innovativ sind und sich daher langfristig halten können. Diese Firmen machen unsere Wirtschaft und Strukturen sehr stark und stabil“, betonte er.

„Wir werden auch im nächsten Jahrzehnt Produkte und Innovationen für weltweite Märkte haben“, zeigte sich der Staatssekretär überzeugt. Allerdings müsse die Politik enorm viel tun, um diesen Schatz langfristig zu sichern und zu erhalten, was eine große Herausforderung darstelle. „Es wird bewusst etwas kaputt gemacht, was wir trotz neuer Innovationen noch bräuchten“, meinte er in Bezug auf Verbrennungsmotoren. Lastkraftfahrzeuge aus deutscher Produktion, die international sehr zahlreich zu finden seien, nannte er als Beispiele für weltweit anerkannte Qualität.

Märkte organisieren und betreiben, bedeute womöglich auch, Fusionen einzugehen, um weltweit eine Rolle zu spielen. Ein Exempel hierfür könnte ein Zusammenschluss der Schienenverkehrssysteme TGV und ICE sein, die zwar in Europa eine bedeutsame Rolle spielen, jedoch nicht global, während auf diesem Sektor China die Nase weit vorn habe. An derartigen Beispielen müsse sich zeigen, welche Rolle Europa zukünftig in der Weltwirtschaft spielen werde.

„Man muss die AfD politisch bekämpfen, darf jedoch nicht den Fehler machen, sie und deren Wähler auszugrenzen. Die AfD ist keine Partei, die Probleme lösen, sondern ganz andere Wege gehen möchte“, bezog Bareiß Stellung. Friede, Demokratie und Freiheit seien äußerst bedeutsame Werte, die es auch zukünftig zu sichern gelte. Ganz wichtig sei, dass ebenso junge Menschen diese Werte schätzen und für sie kämpfen würden.


Bürokratie abbauen

In Europa gelte es unter anderem, die Wirtschaft und speziell den Mittelstand weiter auszubauen. Zudem müsse auch kleinen Einheiten wieder mehr Raum gegeben werden wie etwa im Tourismus und in der Gastronomie, die durch zu viel Bürokratie und Auflagen enorm eingeengt würden. „Wir brauchen mehr Initiativen und Geist für eine Entbürokratisierung, um mehr Flexibilität zu schaffen“, appellierte der parlamentarische Staatssekretär. „Ich will positiv gestalten und etwas voranbringen, auch wenn es manchmal konträr diskutierte Themen und Projekte sind“, beschrieb er seine Ziele.

„Ich glaube dass es in Deutschland enorm viel Potenzial gibt“, betonte er. Insbesondere in Bereichen der Digitalisierung und Verkehrsinfrastruktur müsse noch mehr getan werden. „Die Möglichkeiten dazu gibt es und auch die Gelder wären da“, meinte Bareiß. „Wenn wir das angehen und schaffen, bin ich überzeugt, dass es unserer Wirtschaft auch in den nächsten Jahren und Jahrzehnten weiterhin gut sowie vielleicht sogar noch besser gehen wird“, hob er hervor, bevor er für individuelle Fragen und Diskussionen zur Verfügung stand.

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